Musikworkshop an der Mittelschule begeistert

Schülerinnen und Schüler der Offenen Ganztagsschule erwecken auch nachmittags den Musikraum zum Leben und qualifizieren sich für die bayernweit renommierte Urkunde „Bayern musiziert“.


OGS Musikworshop


 

Wenn aus dem Musikraum der Karl-Peter-Obermeier-Mittelschule ein energiegeladener Mix aus Schlagzeugbeats, Klavierklängen und dem rhythmischen Knallen von Boomwhackers schallt, dann ist wieder Montag. Im Rahmen der Offenen Ganztagsschule (OGS) findet dort aktuell die zweite Auflage eines ganz besonderen, projektbefristeten Musikworkshops statt. Jeweils fünf Wochen lang tauchen 12 bis 16 Jungen und Mädchen der Klassenstufen sechs und sieben nach dem regulären Unterricht in die Welt der Töne, Rhythmen und Instrumente ein. Geleitet wird das Projekt von Julia Heitzer. Die leidenschaftliche Musikerin, die u.a. in Bands wie Four Voices oder Simsalakling aktiv ist, verfolgt dabei einen ganzheitlichen Ansatz. „Es geht mir hier nicht um die perfekte musikalische Meisterleistung, sondern um eine echte Ressourcenaktivierung“, erklärt Heitzer. „Die Jugendlichen können hier entdecken: Was kann ich? Was gefällt mir? Und vor allem: Traue ich mir neue Dinge zu?“ Das gemeinsame Musizieren soll den Kids Mut machen, über sich hinauszuwachsen und ganz ungezwungen auszuprobieren, ob sie ein bestimmtes Instrument besonders anspricht, um dieses vielleicht auch im Nachgang dauerhaft zu lernen. Jeder macht dabei so viel mit, wie er möchte und kann, ganz ohne Leistungsdruck. Am Ende der Stunde steht so das Erfolgserlebnis von ganz alleine, wenn alle gemeinsam das erarbeitete Stundenziel geschafft haben. “Weil jeder etwas einzubringen hat, erleben sich alle schlussendlich als wichtiges Teil eines Ganzen, und dass sie etwas Schaffen können!”.

Von der Ukulele bis zur Agogobell

Das Angebot an Instrumenten, das die Jugendlichen im Musikraum der Mittelschule aktiv ausprobieren dürfen, sucht seinesgleichen. Das Spektrum reicht von klassischen Saiten- und Tasteninstrumenten wie Ukulele, Gitarre und Klavier über traditionelle Rhythmusinstrumente bis hin zu modernem und interkulturellem Schlagwerk. So experimentieren die Schüler mit Schlagzeug, Congas, Cajons, Bongos, Djembés, Tambourin oder einer Handpan. Auch Stabspiele wie das Bass-Xylofon sowie die beliebten Boomwhackers oder Deskbells kommen zum Einsatz. Neben der praktischen Instrumentenkunde und ersten musiktheoretischen Inhalten steht das gemeinsame Kreativsein im Vordergrund. Die Gruppe arrangierte und komponierte beispielsweise auch ein eigenes kleines Stück oder drückt bekannten Klassikern ihren ganz eigenen Stempel auf. So wurden unter anderem der Seemanns-Hype „Wellerman“, John Lennons Friedenshymne „Give Peace a Chance“ und der Queen-Klassiker „We Will Rock you“ völlig neu interpretiert. Ganz im Sinne der Partizipation bestimmten auch hier die Teilnehmenden mit, welche Songs gespielt werden. Wie gut das bereits funktioniert, bewiesen die jungen Musiker bei einem kleinen internen Auftritt vor den anderen Ganztagsschülern, der mit viel Applaus belohnt wurde und das Selbstbewusstsein der Gruppe sichtlich stärkte.

Offizielle Auszeichnung durch den Freistaat

Ein besonderes Qualitätsmerkmal des Workshops ist die diesjährige Anmeldung bei der Aktion „Bayern musiziert“, einer Initiative der Landeskoordinierungsstelle Musik in Bayern (LKM). Die LKM agiert im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus sowie des Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst. Ziel der Aktion ist es, die musikalische Vielfalt im Freistaat sichtbar zu machen und Bildungseinrichtungen zu vernetzen. Das Engagement der Bad Kötztinger Schüler wird am Ende der Projektphase ganz offiziell belohnt: Jedes Kind erhält eine Urkunde der Landeskoordinierungsstelle, die die erfolgreiche Teilnahme verbrieft. Der Workshop zeigt eindrucksvoll, wie durch Kooperation und kreative Nachmittagsangebote an der Mittelschule nicht nur die Teamfähigkeit trainiert, sondern auch eine nachhaltige Begeisterung für die Musik geweckt wird.